FAQ Video

Häufig gestellte Fragen zur Erhaltung von Videos.

Themen:

Formatidentifikation

In meiner Videosammlung hat es Videokassetten, wie ich sie noch nie gesehen habe. Wie finde ich heraus, um welche Formate es sich handelt?

In den Memoriav-Empfehlungen Video gibt es eine Übersicht über die in der Schweiz gebräuchlichsten Videoformate. Die gleichen Formate sind in Farbe auf der Memoriav Website unter der Rubrik Empfehlungen/Videobandformate aufgelistet.

Kopieren, Transferieren, Überspielen von Videos

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Videoempfehlungen im Kapitel Reproduktion, S. 18.

Wir möchten unsere Videosammlung auf DVD kopieren, was müssen wir besonders beachten?

Videos dürfen nur zu Konsultationszwecken auf DVD übertragen  werden. Zur Langzeitaufbewahrung sind DVDs nicht geeignet, weil das Videosignal beim Überspielvorgang Informationen unwiederbringlich verliert und weil bei selbst gebrannten DVDs ein grosses Risiko von Materialproblemen besteht. Weitere Informationen finden Sie in den Memoriav-Empfehlungen Video im Kapitel Reproduktion.

Welche Videoformate empfehlen Sie als Sicherheitskopie?

Als Faustregel gilt, dass die Qualität des Zielformates die best mögliche sein sollte, mindestens aber derjenigen des Ausgangsformates entsprechen muss. Neben der Aufzeichnungs- und der Bandqualität ist die Obsoleszenzgefahr (Verschwinden der Abspieltechnologie) ein wichtiger Entscheidungsfaktor. Als bestes Format, das alle Kriterien abbildet, empfehlen wir DigitalBetacam.

Kann ich die Originale nach der Überspielung vernichten?

Nein! Originale sollten immer bei guten klimatischen Bedingungen weiter aufbewahrt werden. Zum Zeitpunkt eines Transfers sind die Überspieltechniken der Zukunft noch nicht bekannt. Werden später Verbesserungen im Umgang mit dem Videosignal entwickelt, macht es häufig Sinn für weitere Transfers wieder auf die Originale zurückzugreifen.

Können wir die Überspielungen auch selber machen?

Damit die Qualität einer Überspielung den höchsten Ansprüchen genügen kann, braucht es professionelle Geräte und viel Wissen im Umgang mit Videosignalen. Die meisten Institutionen haben weder das Geld für teure Maschinen noch die Ausbildung für den Umgang mit den Videos. Deshalb empfehlen wir Ihnen, für die Überspielung professionelle Partner zu suchen, die Erfahrungen im Umgang  mit älteren Videos haben. Memoriav kann Ihnen bei der Suche behilflich sein.

Wie wissen wir, wann unsere Sammlung transferiert/kopiert werden muss?

Videotransfers sind wegen Materialproblemen und der technischen Entwicklung unumgänglich. Um den optimalen Zeitpunkt für den Transfer zu finden, müssen Sie erstens über den Zustand Ihrer Sammlung Bescheid wissen. Dies ist möglich, indem Sie ca. alle 1 bis 2 Jahre repräsentative Teile ihrer Videosammlung kontrollieren und die Abspielqualität überprüfen.
Zweitens wird ein Transfer nötig, wenn die Abspieltechnologie verschwindet. Die so genannte Maschinenobsoleszenz muss genau beobachtet werden. In den Memoriav-Empfehlungen Video und auf der Website finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Videobandformate und ihr Obsoleszenzrisiko.

Wir haben zu der Videosammlung auch noch ein altes, nicht mehr gebräuchliches Abspielgerät erhalten. Was sollen wir damit tun?

NICHT VERNICHTEN! Abspielgeräte von obsoleten Formaten spielen bei der Rettung von Videobeständen eine entscheidende Rolle. Werden diese nicht mehr gebaut, ist man auf gebrauchte Geräte angewiesen. AUF KEINEN FALL dürfen Sie Bänder mit einem ungewarteten Gerät abspielen. Falls Sie das Gerät selber nicht warten und betreiben möchten, kann Ihnen Memoriav beim Vermitteln von Kontakten zu spezialisierten Firmen oder Institutionen behilflich sein.

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Konservierung, Lagerung

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Videoempfehlungen im Kapitel Erhaltungsbedingungen, S. 12.

Welche klimatischen Bedingungen empfehlen Sie für die Lagerung von Videobändern?

Am wichtigsten sind stabile Temperatur- und relative Feuchtigkeitswerte! Die folgenden Bedingungen sind für die längerfristige Aufbewahrung von Magnetbändern auf Polyesterbasis (wie zum Beispiel Videobänder) vertretbar: 20°C bei 20-30% relativer Luftfeuchtigkeit, 15°C bei 20-40% relativer Luftfeuchtigkeit oder 10°C bei 20-50% relativer Luftfeuchtigkeit. Die optimalen Bedingungen für langfristige Aufbewahrung sind 8°C (unter keinen Umständen weniger) und eine relative Luftfeuchtigkeit von 25%. Dabei sollten in einem Zeitraum von 24 Stunden Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit nicht mehr als ±5% und Temperaturveränderungen nicht mehr als ±2°C betragen.

Unsere Videosammlung liegt momentan in Kartonhüllen auf offenen Gestellen, was können wir verbessern?

Für die langfristige Lagerung besonders geeignet sind separate staubfreie Räumlichkeiten, in denen die Videobänder in geeigneten Plastikhüllen vertikal auf gut belüfteten Gestellen aufgestellt werden können. Beim Wechseln der Hüllen ist zu beachten, dass allfällige Informationen, die für das Verständnis des Videos nötig sind, aufbewahrt, gescannt bzw. fotografiert und mitarchiviert werden.

Stimmt es, dass Videobänder regelmässig umgespult werden müssen?

Es gibt Hersteller von Videobändern, die darauf aufmerksam machen, dass die Bandqualität bei regelmässigem Umspulen besser erhalten bleibe. Bedingung dafür, dass Umspulen wirklich ein Segen ist und kein Schaden wird, sind optimal gewartete Maschinen. Defekte Maschinenteile können Bänder irreversibel beschädigen. Besondere Vorsicht ist bei älteren Bändern geboten, da deren chemische und mechanische Zusammensetzung durch das Altern empfindlicher geworden sind.
Gute Lagerbedingungen und regelmässige Zustandskontrollen bleiben die Grundvoraussetzungen für optimales Altern von Videos.

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Zugänglichkeit

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Videoempfehlungen im Kapitel Zugang zu Videodokumenten, S. 22.

Wie soll Videomaterial katalogisiert werden?

Bibliothekskataloge, die für die Erfassung von Schriftgut geschaffen wurden, werden häufig den Bedürfnissen des bewegten Bildes nicht gerecht. Es gibt eine grosse Menge von Metadatenstandards, die für die Katalogisierung von Videos geschaffen wurden (vgl. Videoempfehlungen). Auch wenn keine solchen Standards übernommen werden können, lohnt es sich, bestehende Kataloge mit Feldern zur speziellen inhaltlichen und technischen Beschreibung der Videos anzulegen.

Der Zustand unserer Zugangskopien im Format VHS ist ungenügend, wir möchten auf ein neues Format wechseln. Gibt es Alternativen zu DVD?

DVD ist wegen der einfachen Handhabung und der breiten Akzeptanz ein gutes Zugangsformat. Bei DVDs, die in den Verleih gehen gibt es allerdings häufig Probleme mit Kratzern oder Verschmutzungen, welche die Lesbarkeit stören oder gar unmöglich machen. Alternativ zur DVD sind geschützte oder allgemein zugängliche Online-Portale eine sehr benutzerfreundliche Lösung, da sie einen schnellen Zugriff und eine optimale Verbindung mit einer Datenbank ermöglichen. Allerdings braucht es eine entsprechende Infrastruktur (Streaming- oder Datenserver; grosse Bandbreite) und viel Speicherplatz.

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Notfallmassnahmen

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den Videoempfehlungen im Kapitel Notfallplanung und Schadensbegrenzung, S. 24.

Wir haben in unserer Videosammlung schimmlige Bänder entdecket, was sollen wir tun?

Kontaktieren Sie umgehend eine spezialisierte Institution oder Firma, isolieren Sie die schimmligen Bänder von anderen und achten Sie darauf, keine Sporen einzuatmen, sie könnten giftig sein. Im Bedarfsfall vermittelt Memoriav den Kontakt zu den Spezialisten.

Unsere Videos sind bei einem Archivbrand mit anschliessendem Wasserschaden in Mitleidenschaft gezogen worden. Können wir sie noch retten?

Wenn Sie schnell handeln! Da Magnetbänder sehr feuchtigkeitsanfällig sind, muss rasch gehandelt werden. Schicken Sie die Bänder so schnell als möglich an eine spezialisierte Institution oder Firma, die in der Lage ist, die Rettungsmassnahmen durchzuführen.

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Stand: April 2007

Masterarbeit zur Archivgeschichte des Schweizer Fernsehens:
Bestandserhaltung im Film-/Videoarchiv des Schweizer Fernsehens
von Saro Pepe

Archivmaterial Online: Die Fernsehstationen TSR und SF zeigen auf ihren Websites Schmuckstücke aus den Archiven. Viele Dokumente wurden mit Hilfe von Memoriav gerettet und zugänglich gemacht.
TSR-Archiv und SF-Archiv

Häufig gestellte Fragen zur Erhaltung von Videos:
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Brand, Hochwasser und andere Katastrophen:
Hilfe im Notfall