Video/TV
Mit der Einführung des Videorecorders vor 50 Jahren wurde die audiovisuelle Familie um ein eigenständiges Medium erweitert. Fernsehbilder konnten auf Magnetband gespeichert und so wieder abgespielt werden, wie sie ausgestrahlt worden waren.
Einige ältere Videogeräte, die mit offenen Spulen von unterschiedlicher Breite funktionierten und untereinander nicht kompatibel waren.
Foto: Johannes Gfeller, AktiveArchive / Hochschule der Künste Bern (HKB)
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Seither hat sich Video längst aus der Isolation der TV-Studios befreit und erfreut sich einer enormen Breitenwirkung. Professionelle Produktionen für Firmen oder in der Forschung erfüllen wichtige Vermittlungs- und Dokumentationsaufgaben, Kunstschaffende benutzen das Medium seit Ende der sechziger Jahre für ihre Projekte und bei Privaten hat Video spätestens in den 80er Jahren den Super8-Film abgelöst.
Schwierige Erhaltung von Videodokumenten
Für die Erhaltung stellt das jüngste audiovisuelle Kind allerdings ein grosses Problem dar. Bei unsachgemässer Lagerung sind die Signalinformationen auf den Bändern schon nach wenigen Jahren nur mehr schwer lesbar, was zum Teil schwierige Restaurierungsmassnahmen erfordert. Und die rasante technische Entwicklung führt dazu, dass aus neuen Geräten schon bald Museumsstücke werden. Unzählige Formate erschienen auf der Bildfläche und verschwanden bereits nach kurzer Zeit sang- und klanglos wieder. Zurück bleiben riesige Bestände verwaister Bänder, die nur mit Hilfe von wenigen Spezialisten und ihrem gepflegten Gerätepark abgespielt bzw. auf ein neues Format transferiert werden können.
Trotz der Versprechungen der digitalen Welt ist noch immer keine Patentlösung für die langfristige Sicherung von Videos in Sicht; mit der Einführung von neuen hochauflösenden Videoformaten (HD) stellen sich im Gegenteil wieder ganz neue Erhaltungsprobleme.
Aktivitäten von Memoriav im Bereich Video/TV
- Memoriav initiiert und fördert Projekte zur Erhaltung und Vermittlung des Fernseh- und Videoschaffens in der Schweiz. In Zusammenarbeit mit den Institutionen, die Videosammlungen besitzen, und mit dem Kompetenznetzwerk Video werden für jedes Projekt Selektionskriterien, Transferabläufe, Katalogisierungsart und Zugangsformen festgelegt.
- Memoriav setzt sich für einen besseren Zugang zu Videobeständen ein, damit z.B. Fernsehproduktionen, die mit Hilfe von Memoriav gerettet wurden, der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Besonderes Interesse gilt Institutionen aus Forschung und Bildung, die auf einfache Zugänge zu audiovisuellen Dokumenten angewiesen sind.
- Memoriav sensibilisiert interessierte und professionelle Kreise für die Probleme der Videoerhaltung mit Hilfe von Weiterbildungskursen und von Vorführungen geretteter Dokumente.
- Memoriav füllt mit der Schaffung eines Kompetenznetzwerks Video eine Lücke im audiovisuellen Institutionengefüge der Schweiz. Das Kompetenznetzwerk dient als Anlaufstelle für Fragen der Videoerhaltung.
Die Fachleute im Kopetenznetzwerk setzen sich mit inhaltlichen und technischen Aspekten der langfristigen Erhaltung von Videos auseinander.