Memoriav


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  Porträtsammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek
 

 

MEMORIAV und die Schweizerische Nationalbibliothek: eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Die fotografischen Sammlungen der Schweizerischen Nationalbibliothek sind sehr reich, sowohl hinsichtlich des Umfangs der Bestände, als auch der Ikonografie und der vertretenen Autorinnen und Autoren. Es lag darum auf der Hand, zwischen Memoriav und der Graphischen Sammlung eine langfristige Partnerschaft aufzubauen, und mit einer gemeinsamen Politik die fotografischen Bestände zu erhalten und ihren Wert entsprechend sichtbar zu machen.

Für das Projekt 2003-2004 wählten wir folgendes Vorgehen: zunächst wurde ein klar umrissenes Thema gewählt - in unserem Falle das Porträt - mit dem Ziel, eine Ausstellung und einen Katalog zu gestalten. In der Folge wurden im Gesamtbestand der Nationalbibliothek die Abzüge, die mit dem Thema in Verbindung stehen, erfasst. Bei dieser Gelegenheit entstand ein kleines Inventar und eine Zustandsanalyse der Fotografien. Ausgewählt wurden Abzüge für die Ausstellung und den Katalog sowie jener Teil der Sammlung, bei dem ein restaurierender Eingriff vorgenommen werden musste.

Die Fotografien wurden danach dem Schweizerischen Institut zur Erhaltung der Fotografie (ISCP) übergeben. Hier wurde jedes Bild in einer Datenbank erfasst, in der die Beschädigungen identifiziert, beschrieben und analysiert werden. Aufgrund dieser Untersuchung konnten eine Zustandsbilanz sowie eine Diagnose erstellt und eine Behandlungsweise vorgeschlagen werden.

Im Bestand sind fast alle Techniken, die in der Geschichte der Fotografie vorkommen, vertreten: von der Daguerreotypie (1840) bis zum modernen Farbabzug, über Ferrotypie, Ambrotypie, Salzpapier, Albuminpapier, Kollodiumpapier, Kohledruck und schwarzweisser Barytabzug. Wegen dieser Vielfalt der Verfahren mussten die Restauratorinnen zur Behandlung der 360 Fotografien nach Kategorien vorgehen und zahlreiche Konservierungs- und Restaurierungstechniken anwenden.

Die zentrale Problematik besteht darin, die Verschmutzungen, Risse, Löcher und die schlechte Kartonqualität der Träger, auf denen die Fotografien angebracht sind trocken und mit Lösungsmittel zu behandeln und sie dann während mehrerer Monate unter der Presse zu stabilisieren. Der Abzug seinerseits wird behandelt, um Klebstoffe und Flecken zu entfernen und die Auswirkungen von Rissen, Falten und andere Abnutzungsspuren zu reduzieren.

Jede Fotografie wird danach mit einem Flachbettscanner oder auf optische Weise digitalisiert, wobei nach den Empfehlungen von Memoriav eine hochauflösende Sicherheitskopie sowie zwei Kopien, eine mit mittlerer Auflösung als Druckvorlage und eine mit 72 dpi für die Datenbanken erstellt wird.

Dieses kohärente Vorgehen erlaubt es, die originalen Abzüge zu erhalten, sie in einer Ausstellung zu präsentieren, im Katalog eine vertiefende Reflexion anzustellen, und die Bilder in digitaler Form und inhaltlich erschlossen über Internet einem breiteren Publikum zur Verfügung zu stellen.

Das Projekt "Portrait 2003/04" entspricht dem Auftrag, den sich Memoriav gestellt hat: Fotografische Sammlungen im Besonderen und audiovisuelle Kulturgüter im Allgemeinen in einer ihrem grossen Wert angemessenen Weise zu erhalten, zugänglich und bekannt zu machen.

Juni 2005
Christophe Brandt, Direktor ISCP - Neuchâtel

   
  Copyright Memoriav 2005 / Letzte Aktualisierung: 16.09.2008