ERHALTUNG VON NITRATFILMEN (HELVETICA) DES SCHWEIZERISCHEN FILMARCHIVS

Zum Projekt

Ziel des Projekts ist es, das filmische Kulturgut der Schweiz vor dem Zerfall zu bewahren. Die Filme können von vier Arten von "Krankheiten" betroffen sein:

  1. von der vollständigen, irreversiblen Zersetzung (Nitratfilme);
  2. vom Essigsyndrom, welches das Verschwinden der Bilder nach sich zieht (Azetatfilme "safety", nach 1950);
  3. von der Verfärbung bzw. dem Auflösen der Farben;
  4. von Abnutzungserscheinungen wie Kratzern, Rissen, etc.

Bei den Arbeiten des Schweizerischen Filmarchivs liegt die Priorität im Moment bei den unter Punkt 1 erwähnten Filmen - schätzungsweise rund 400'000m Nitratfilm warten auf ihre Rettung. Dabei ist neben der Dringlichkeit, welche durch die Zersetzung der Filme gegeben ist, die künstlerische Qualität sowie die soziokulturelle Bedeutung der Filme ausschlaggebend; d.h. sowohl technische als auch inhaltliche Kriterien werden bei der Auswahl der Filme, welche restauriert werden, berücksichtigt.

Beispiele:
- "L'appel de la montagne" (1922/23) von Arthur Adrien Porchet
- "La vocation d'André Carel" (1925) von Jean Choux
- "Uli der Knecht" (1954) von Franz Schnyder

Dauer des Projekts: ab 1993, laufend

Zuständige Institution
Zugang zu den Dokumenten

Vor Ort: Schweizerisches Filmarchiv, Lausanne
Online: 
- Liste der Restaurierungen, welche vom Schweizerischen Filmarchiv durchgeführt wurden 
- Teilweise Recherchen via Memobase

PUBLIKATIONEN

- DVD: Es war einmal... die Schweiz. Filmbilder aus den Jahren 1896-1934. Cinémathèque suisse Lausanne, 2002
- Cinéma suisse muet. Lumières et ombres. Sous la direction de Rémy Pithon. Éditions Antipodes & Cinémathèque suisse 2002

VERANSTALTUNGEN

Zahlreiche Vorführungen, z.B.:
- Lichtspiel Bern präsentiert regelmässig das Programm der Reihe "Sortie du labo" des Schweizer Filmarchivs. Erste Vorführungen: 23. Mai 2005: "La Suisse inconnue / La vallée de Loetschenthal", Burlingham Films, CH 1916; "L'appel de la montagne", Arthur Adrien Porchet, CH 1923. 27. Juni 2005: "Ins Wunderreich von Zermatt", Emelka Kulturfilm, D 1925; "Les fiançailles de Line / Un film au service de l'évangile", Jean Brocher, CH 1932. 29. August 2005: "La bourse et la vie", Jean Brocher, CH 1927/28; "Hans im Glück", Hans Richter, CH 1937; "Système V", Henri Wyden, CH 1940; "Mitenand gahts besser", Kurt Früh und Paul Ruffi, CH 1949.
- Kino im Kunstmuseum, Bern: "Restaurierte Filmperlen aus der Schweiz", Februar 2005 ("Menschen, die vorüberziehen..." von Max Haufler; "La vocation d'André Carel" von Jean Choux; "Der doppelte Matthias und seine Töchter" von Sigfrit Steiner und Emile Edwin Reinert)
- Filmpodium der Stadt Zürich, Retrospektive Kurt Früh, Februar/März 2004
- "Sorties du labo": Das Schweizer Filmarchiv in Lausanne hat im Jahr 2000 eine neue Rubrik von Filmvorführungen eingeführt, welche den Restaurierungen und Neuzugängen gewidmet ist, insbesondere aus dem Bereich der "Helvetica". Sie ermöglicht einen Einblick in die Arbeiten, die zur Erhaltung und zum Sammeln des Filmerbes der Schweiz unternommen werden. Die erste Vorführung fand unter dem Titel "Images de Lausanne et environs, 1896 à 1940" am 11. Dezember 2000 statt und wurde von Reto Kromer kommentiert, dem damaligen Verantwortlichen für den Bereich Konservierung und Restaurierung im Centre d'archivage in Penthaz.

LINKS

- Dossier Filmrestaurierung SF
- Dossier Franz Schnyder SF 

 

Letzte Aktualisierung: 08/2012